Yoga Gemälde einer Yogini Hatha Yoga

5 Gründe warum man das Yogasūtra gelesen haben sollte

Das Yogasūtra von Patañjali, im Originaltitel Pātañjalayogaśāstra, ist die erste systematische Überlieferung des Yogasystems. Der Text, welcher ca. 450 n. u. Z. verfasst wurde, besteht aus 195 Aphorismen in vier Kapiteln, welche in einen erläuterndes Autokommentar eingebettet sind. Hierin erklärt der Autor einen Pfad zur Erlangung von kaivalya, der vollkommenen Freiheit. Hierfür legt er ein sehr differenziertes und ausgeklügeltes System der Metaphysik aus, auf dessen Basis er einen achtgliedrigen Pfad des Yoga (aṣṭāṅgayoga) zur Erlangung dieses Zieles konstituiert. Dieser Text ist zeitlos und hat trotz seines hohen Alters für Yogaübende der heutigen Zeit nichts an Faszination und Relevanz eingebüßt. 


Es folgen 5 gute Gründe warum es Sinn macht als Ashtanga Yoga Übender diesen wichtigen Quelltext des Yoga mal gelesen zu haben:

1. Dir wird bewusster, was du eigentlich übst! Der Name Ashtanga Yoga stammt aus dem zweiten Kapitel des Yogasūtra. Du wirst hier genau herausfinden was der Name bedeutet, was noch dahinter steckt und wohin der Weg mit der Yogapraxis noch führen kann.

2. Ein wichtiger Bestandteil der Yogapraxis nach Patañjali ist svadhyāya, Selbststudium. Da die Erlangung von kaivalya voraussetzt die wahre Natur des eigenen Selbst zu erfahren ist es sehr hilfreich das zu studieren was andere überliefert haben, die dieses Ziel bereits errreicht haben!

3. Du tauchst ein in eine der faszinierendsten Überlieferungen der Menschheitsgeschichte zur Erlangung der ultimativen Erkenntnis und der Einheitserfahrung mit dem Universum!

4. Du siehst die Welt danach mit anderen Augen. Erstaunlicherweise gibt es extrem viele Schnittpunkte zwischen der Metaphysik des Yogasūtra und der rezenten Wissenschaft. Unsere rezente Wissenschaft ist für den Einzelnen schwer zu überblicken und aufgeteilt in viele Unterbereiche. Die Yoga Philosophie des Yogasūtra erklärt die Welt in einer unglaublich kompakten und in seiner eigenen Logik sinnigen Weise, die sicherlich eine großartige Ergänzung für jedes persönliche Weltbild darstellt.

5. Du erfährst wie du ganz nebenbei übernatürliche Fähigkeiten erlangen kannst! Das dritte Kapitel des Yogasūtra widmet sich fast ausschließlich der Erlangung von übernatürlichen Fähigkeiten auf dem Weg zu kaivalya entlang des achtgliedrigen Pfades. Du hast schon immer davon geträumt die Schwerkraft außer Kraft zu setzen? Gedanken zu lesen? Dich unsichtbar zu machen? Die Herrschaft über die Elemente zu erlangen? Das Yogasūtra erklärt dir wie es geht. Aber Vorsicht: Patañjali warnt eindringlich vor den übernatürlichen Fähigkeiten. Sie sind nur ein ganz natürliches Nebenprodukt der Yogapraxis. Übende müssen aufpassen, denn diese Fähigkeiten sind ein immenser Egobooster und letztendlich ein großes Hindernis für kaivalya.

Zwei Druckausgaben sind sehr empfehlenswert:

Edwin F. Bryant
Hariharananda Aranya